Marktentwicklung 2025

Die deutsche Fahrradbranche befand sich im Jahr 2025 weiterhin in einem Transformationsprozess. Nach Jahren eines außergewöhnlichen Booms infolge der Corona-Pandemie entwickelte sich der Markt bereits im zweiten bzw. dritten Jahr in Folge rückläufig – mit anhaltenden strukturellen Herausforderungen für Hersteller und Handel.

Bereits im Vorjahr (2024) sank der Umsatz mit Fahrradsortimenten knapp zweistellig. Dieser Trend konnte auch im Jahr 2025 nicht gestoppt werden. Aktuellen Branchenberichten und Expertengesprächen zufolge wird ein Umsatzrückgang von etwa 7–10 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Mehrere Ursachen tragen zu dieser Entwicklung bei:

  • Schwache Konjunkturlage in Deutschland

  • Insolvenzen und Schließungen mittelständischer Industriebetriebe

  • Kaufzurückhaltung der Verbraucher

  • Rückgänge im Bargeschäft sowie beim Dienstradleasing

  • Negative Berichterstattung über internationale Krisen und die angespannte Weltlage

Händler berichten insbesondere von einer deutlich geringeren Nachfrage nach der Finanzierungsoption Dienstradleasing.

Die weiterhin hohen Warenbestände konnten zwar teilweise abgebaut werden, belasten jedoch die Handelsstufen weiterhin erheblich. Dadurch entstanden intensive Preiskämpfe und ein Margenverfall, die sich in der negativen Umsatzentwicklung widerspiegeln.

Eine differenzierte Betrachtung nach Umsatzgröße der Einzelhandelsbetriebe zeigt jedoch ein uneinheitliches Bild:
Kleine und mittlere Unternehmen konnten sich den starken Umsatzrückgängen teilweise besser entziehen als größere Fahrradhändler.

Auch die Zahl der Firmenübernahmen ist leicht gestiegen. Eine neue Entwicklung ist die Übernahme von Betrieben aus Insolvenzen, die insbesondere im Winter und zum Jahreswechsel zu beobachten war.


Sortimentsentwicklung

Nach Sortimenten betrachtet waren insbesondere folgende Bereiche von Umsatzrückgängen betroffen:

  • Kinderräder

  • Bio-Bikes

  • Zubehörbereich

Eine Ausnahme bilden Gravelbikes, die weiterhin eine stabilere Nachfrage zeigen.

Zunehmend gelangen außerdem gebrauchte Fahrräder als Leasingrückläufer auf den Markt. Der Fachhandel sollte daher darauf achten, den Anschluss an Leasingagenturen oder spezialisierte Unternehmen in diesem Bereich nicht zu verlieren.

Auch die umsatzstärkste Sortimentsgruppe der E-Bikes musste Umsatzrückgänge hinnehmen.

Eine positive Entwicklung zeigte dagegen weiterhin der Werkstattbereich, dessen Erlöse auch im Jahr 2025 erneut gesteigert werden konnten.


Leasing / Finanzierung

Der Absatz von E-Bikes wurde weiterhin durch das Instrument Dienstradleasing positiv beeinflusst.

Allerdings ging der Leasinganteil im Jahr 2025 infolge der konjunkturellen Nachfrageeinbrüche zurück.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist dabei die Makro-Standortlage:

  • In der Nähe größerer Industrieanlagen und Hersteller ist der Leasinganteil meist höher.

  • In ländlichen Regionen fällt dieser Anteil häufig geringer aus.

Gleichzeitig wurde dadurch auch die Abhängigkeit von einzelnen Leasinganbietern deutlich.

Laut einer Händlerbefragung der Fachzeitschrift SAZbike (Ausgabe 2 vom 16.02.2026) beträgt der durchschnittliche Umsatzanteil durch Leasing rund 50 %.

Die klassische Finanzierung wird weiterhin nachgefragt – teilweise auch als Alternative zum Leasing.


Franchise und Filialisierung

Das Wachstum branchenspezifischer Franchisesysteme stagnierte im Jahr 2025. Dazu zählen unter anderem:

  • EMOTION

  • VIT-Bikes

Auch die Expansion großer Branchenfilialisten setzte sich nur moderat fort, beispielsweise bei:

  • B.O.C.

  • Stadler

  • Lucky Bike

  • XXL

Insgesamt führte dies zu einem verlangsamten Flächenwachstum im Fahrradsortiment.

Eine Ausnahme bildete der Filialist Little John Bikes, der ein dynamisches Filialwachstum im gesamten Bundesgebiet verzeichnen konnte.


Beratung, Service und Werkstatt

Die Nachfrage nach Werkstattleistungen nahm im Jahr 2025 im unteren zweistelligen Prozentbereich zu.

Hauptursachen sind:

  • Steigende Fahrleistungen bei E-Bikes

  • Höherer Verschleiß

  • Erhöhter Bedarf an Wartungen und Inspektionen

Der Servicebereich entwickelt sich damit weiterhin zu einem stabilen Umsatzträger im Fachhandel.


Kennzahlen (Fachhandel) – vorläufig

Kennzahl Entwicklung
Gesamtumsatz (alle Sortimente) ggü. 2024 −7 % bis −10 %
E-Bike Umsatz ggü. 2024 −10 % bis −12 %
Bekleidung / Helme / Zubehör / Teile −10 % bis −15 %
Werkstattumsatz ggü. 2024 +10 % bis +15 %
Durchschnittspreis Fahrrad ca. 720 € brutto
Durchschnittspreis E-Bike ca. 3.350 € brutto

Fazit

Die Umsatzentwicklung im Fahrradfachhandel blieb weiterhin rückläufig. Gleichzeitig konnten die Warenbestände bislang nicht auf ein normales Niveau reduziert werden. Diese Situation belastet die Liquidität der Unternehmen und zwingt zu Preisnachlässen, die die Margen teilweise deutlich reduzieren.

Zusätzlich wirken sich die während der Coronajahre aufgebauten Personalstrukturen sowie das gestiegene Lohnniveau weiterhin belastend auf das Betriebsergebnis aus.

Diese Entwicklungen erfordern von Fachhändlern:

  • Flexibilität in der Sortiments- und Preisgestaltung

  • stärkere Fokussierung auf Service und Beratung

  • Ausbau des Kundenerlebnisses vor Ort

Auch die Wetterentwicklung spielte im Jahr 2025 eine Rolle: Es gab vergleichsweise wenig konstante sonnige Perioden, was sich ebenfalls negativ auf die Nachfrage auswirken kann.

Ohne unterjährige Planung und konsequentes Controlling besteht die Gefahr, in die Verlustzone zu geraten oder keine ausreichenden Deckungsbeiträge für Unternehmerlohn und Kapitaldienst zu erwirtschaften.
Ein professionelles Controlling wird daher zunehmend unverzichtbar.


VDZ – Der starke Partner des Zweiradhandels

Der Verband des Deutschen Zweiradhandels e. V. (VDZ) ist der Branchenfachverband für den deutschen Zweiradhandel und vertritt die Interessen des Handels gegenüber:

  • Politik

  • Behörden

  • Industrie

  • Öffentlichkeit

Der Verband hat seinen Sitz in Bielefeld und ist in den Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin integriert.

Der VDZ unterstützt den Zweiradhandel durch ein umfassendes Dienstleistungspaket und ist Ansprechpartner für:

  • kaufmännische Fragen

  • rechtliche Fragen

  • technische Themen

Ziel des Verbandes ist die Stärkung der unternehmerischen Kompetenz der Zweiradhändler.

Darüber hinaus betreibt der VDZ einen permanenten Brancheninformationsdienst und sammelt betriebswirtschaftliche Daten der Branche. Diese Kennzahlen können von Fachhändlern zur Standortbestimmung und strategischen Ausrichtung ihres Unternehmens genutzt werden.

Der Verband vertritt derzeit rund 750 Fahrradfachhändler.


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Quelle: VDZ