NRW-Tag belebt die Innenstadt von Münster deutlich

Drei Erhebungen zeigen hohe Frequenzen, große Reichweite und lange Aufenthaltszeiten

Der NRW-Tag 2026 hat die Innenstadt von Münster an drei Tagen deutlich belebt. Das belegen drei abgestimmte und aufeinander aufbauende Untersuchungen im Auftrag der Initiative starke Innenstadt Münster, der IHK Nord Westfalen, der Wirtschaftsförderung Münster und des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland.

Die Ergebnisse zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven ein klares Gesamtbild: Der NRW-Tag sorgte für außergewöhnlich hohe Besucherzahlen in der Innenstadt von Münster, erreichte Besucherinnen und Besucher weit über Münster hinaus und führte zu deutlich längeren Aufenthalten. Das Einkaufen stand nicht im Vordergrund, war aber ein Baustein für den Erfolg des Wochenendes.

Hohe Passantenfrequenzen an drei Tagen

Die Passantenfrequenzen wurden während des NRW-Tag-Wochenendes an sechs Standorten in der Innenstadt von Münster gezählt: Ludgeristraße, Rothenburg, Salzstraße, Alter Fischmarkt, Windthorststraße und Prinzipalmarkt.

An allen drei Tagen lagen die Besucherfrequenzen in den zentralen Einkaufs- und Aufenthaltsbereichen deutlich über den jeweiligen Durchschnittswerten. Ein Beispiel: Am Sonntag lag die Besucherfrequenz 70 Prozent über dem Durchschnitt der Stadtfest-Sonntage in den Jahren 2022 bis 2025.

Größeres Einzugsgebiet, längere Aufenthalte

Die GPS-Analyse zeigt, dass die Veranstaltung ein deutlich größeres Einzugsgebiet erreicht hat als die Innenstadt von Münster an gewöhnlichen Tagen.

Knapp die Hälfte der Besucherinnen und Besucher kam aus Münster. Weitere 25 Prozent reisten aus dem näheren Umland an – unter anderem aus Greven, Dülmen oder Warendorf. Weitere Gäste kamen aus anderen Orten im Münsterland, aber auch aus Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus. An gewöhnlichen Tagen kamen dagegen fast zwei Drittel der Besucher aus Münster.

Die hierauf aufbauende Passantenbefragung unterstreicht die überregionale Reichweite: Das zeigt sich beispielsweise daran, dass elf Prozent der Befragten aus dem Ruhrgebiet anreisten.

Gleichzeitig weist die Befragung am Sonntag auf eine längere Aufenthaltsdauer hin. 42 Prozent der Befragten wollten zwei bis vier Stunden in der Innenstadt verbringen, weitere 26 Prozent sogar vier Stunden oder länger. Die GPS-Auswertung des gesamten NRW-Tag-Wochenendes zeigt, dass sich die tatsächliche Aufenthaltsdauer der Menschen an allen drei Tagen deutlich erhöht hat.

Einkaufen nur ein Nebenanlass

Aus der Passantenbefragung geht hervor: Für die große Mehrheit der Befragten stand nicht das Einkaufen im Mittelpunkt.

56 Prozent der Befragten nannten am Sonntag den NRW-Tag als Hauptgrund für den Besuch der Innenstadt von Münster. Für sechs Prozent war das Stadtfest „Münster mittendrin“ der wichtigste Anlass. Nur sieben Prozent der Befragten kamen hauptsächlich zum Einkaufen.

Einkaufen war jedoch für einen Teil der Gäste ein ergänzender Baustein des Innenstadtbesuchs: 20 Prozent der Befragten verbanden ihren Aufenthalt auch mit einem Einkaufsbummel. Noch häufiger wurden zusätzliche Besuche in Restaurants oder Cafés genannt – von 28 Prozent der Befragten. 22 Prozent verbanden ihren Aufenthalt außerdem mit dem Stadtfest „Münster mittendrin“.

Auch seltene Innenstadtgäste erreicht

Die Besucherstruktur am Sonntag zeigte ein breites Spektrum: Knapp die Hälfte der Befragten kam ohnehin mindestens wöchentlich in die Innenstadt von Münster.

Knapp ein Drittel gab an, nur selten in die Innenstadt zu kommen oder zum ersten Mal beziehungsweise nach längerer Zeit wieder dort zu sein. So wurde ein großer Anteil von Menschen erreicht, die sonst nicht zu den regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt gehören.

Insgesamt zeigen die drei Erhebungen: Der NRW-Tag führte zu außergewöhnlich hohen Frequenzen, erreichte Menschen aus einem erweiterten Einzugsgebiet und sorgte für längere Aufenthalte in der Innenstadt von Münster.

Andreas Weitkamp, Sprecher der Initiative starke Innenstadt Münster (ISI):

„Beim NRW-Tag ging es nicht um wirtschaftliche Aspekte oder zusätzliche Umsätze. Im Mittelpunkt stand, sich als Handel zu präsentieren und Gastgeber für Menschen aus ganz NRW und darüber hinaus zu sein – das ist eindrucksvoll gelungen. Die Ergebnisse der Erhebungen bestätigen: Für die meisten Besucher war das Einkaufen nur ein Nebenaspekt, der Handel war aber ein Baustein im Gesamterlebnis. Die Reaktionen der Händler waren durchweg positiv: Wir haben als Handel zum Gelingen des NRW-Tag-Wochenendes beigetragen.“

Tobias Buller-Langhorst, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland:

„Die Erhebungen zeigen deutlich: Das Zusammenspiel von NRW-Tag, Stadtfest, Gastronomie und den Angeboten im Handel hat zum Erfolg des NRW-Tag-Wochenendes beigetragen. Der Handel ist das Herz der Innenstadt – er trägt dazu bei, dass die Innenstadt lebendig und attraktiv bleibt. Es war toll, dass sich der Handel zeigen und einbringen konnte; mit seinem Engagement und dem großartigen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war er ein Teil des erfolgreichen Wochenendes.“

Jens von Lengerke, Abteilungsleiter Handel und Dienstleistungen, Tourismus, IHK Nord Westfalen:

„Münster war ein großartiger Gastgeber für den NRW-Tag. Die Auswertung der Daten vom Veranstaltungswochenende beweist, dass attraktive Anlässe die Innenstadtfrequenz massiv steigern, Strahlkraft weit über die Region hinaus besitzen und die Menschen länger vor Ort bleiben. Umso unverständlicher ist für Besucher und Betreiber die sehr zurückhaltende Auslegung des Ladenöffnungsgesetzes, wie sie die jüngste Diskussion über die nicht genehmigten Ladenöffnungen in zentraler Lage offengelegt hat. Hier wird Potenzial für den Handel und das Stadtmarketing blockiert.“

Methodik

  • Passantenfrequenzen: Die Wirtschaftsförderung Münster hat in Kooperation mit der Hystreet GmbH die Passantenfrequenzen an sechs Standorten in der Innenstadt von Münster während des NRW-Tag-Wochenendes gezählt. Verglichen wurden die gezählten Passantenzahlen mit den jeweiligen durchschnittlichen Tageswerten; für den Sonntag zusätzlich mit den Frequenzen an Stadtfest-Sonntagen der Jahre 2022 bis 2025.
  • GPS-Bewegungsdaten: Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) analysierte im Auftrag der IHK Nord Westfalen anonymisierte, aggregierte und DSGVO-konform weiterverarbeitete GPS-Daten während des NRW-Tags. Untersucht wurden Besucherherkunft, Einzugsgebiet und Aufenthaltsdauer im Veranstaltungsgebiet.
  • Passantenbefragung: Die Planersocietät befragte im Auftrag der Initiative starke Innenstadt Münster, der Wirtschaftsförderung Münster und des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland am Sonntag, 30. August 2026, von 13 bis 18 Uhr 563 Passantinnen und Passanten an fünf Standorten in der Innenstadt von Münster. Erfasst wurden unter anderem Besuchsanlässe, verbundene Aktivitäten, geplante Aufenthaltsdauer, Besuchshäufigkeit, Herkunft und soziodemografische Angaben.